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Heute geht es weiter mit Teil 2 der kleinen Achtsamkeitsreise. Wir schauen uns die nächsten Aspekte im Üben der Achtsamkeit an und zwar geht es dabei  um „Den Geist des Anfängers bewahren“, „Vertrauen“ und „Nicht-Erzwingen“.

#3 Den Geist des Anfängers bewahren

Was passiert, wenn du alles so betrachtest, als würdest du es zum ersten Mal sehen? Dann wäre jeder Augenblick einzigartig und birgt einzigartige Möglichkeiten. Beim Geist des Anfängers bewahren geht es genau darum.

Meist haben wir eine vorgefasste Meinung über Dinge, Menschen und Ereignisse. Dadurch schauen wir gar nicht mehr richtig hin, da wir meinen es eh schon zu kennen. Leider verpassen wir dadurch einige Momente unseres Lebens und verlieren den Sinn für das Schöne im Alltäglichen.

Versuche deshalb dich frei zu machen von vorgefertigten Meinungen und Urteilen. Sei frei von Vorstellungen und Erwartungen und offen für neue Erfahrungen. Versuche alles so zu betrachten, als siehst du es gerade zum ersten Mal. Betrachte die Welt mit den Augen eines Kindes, das so viele Dinge zum aller ersten Mal sieht und dabei ein wundervolles Strahlen in den Augen hat. Denn kein Augenblick ist so wie der andere. Jeder ist einzigartig und sollte deshalb von dir in all seiner Schönheit wahrgenommen werden.

„Die besten Entdeckungsreisen macht man nicht in fremden Ländern, sondern indem man die Welt mit neuen Augen betrachtet.“ – Marcel Proust

#4 Vertrauen

Vertraust du dir? Hörst du auf deine innere Stimme? Beim Üben der Achtsamkeit lernen wir auf diese innere Stimme zu hören. Wir lernen uns selbst besser kennen und können somit Vertrauen in uns selbst gewinnen.

Bei der Meditation ist es wichtig auf deine Gefühle und Empfindungen zu achten. Du spürst dabei in deinen Körper hinein und lenkst den Fokus auf deine Empfindungen. Dadurch lernst du deinen Körper immer besser kennen und entwickelst somit auch das Vertrauen in dich selbst und deine innere Stimme.

Auch beim Yoga ist das Vertrauen in deinen Körper hilfreich und wichtig, um zu spüren, wann eine Position beendet oder nicht weiter in die Dehnung hinein gegangen werden sollte.

Das Schöne dabei ist, je mehr Vertrauen du für dich entwickelst, desto mehr kannst du auch anderen Menschen vertrauensvoll begegnen. Desto mehr kannst du das Gute in ihnen sehen und ihnen helfen dieses Gute selbst zu sehen.

„Vertrauen ist wie eine Oase im Herzen, die von der Karawane des Denkens nie erreicht wird.“ – Khalil Gibran

#5 Nicht-Erzwingen

Hast du auch schon einmal verbissen ein Ziel verfolgt und gemerkt, dass es immer weiter in die Ferne rückt, je verkrampfter du versucht hast es zu erreichen? Bei allem was wir tun, haben wir meistens ein Ziel oder einen Zweck im Hinterkopf. Und manchmal können wir dabei verkrampfen, wenn wir es regelrecht erzwingen wollen. Die Meditation ist das genaue Gegenteil zu unserer alltäglichen Ziel- und Zweckerreichung. Es ist nämlich ein aktives Nicht-Tun.

Stelle dir mal die Frage warum du meditierst und dich in Achtsamkeit übst. Möchtest du entspannter sein? Glücklicher sein? Zufriedener mit dir selbst? Wenn du diese Gedanken bzw. diese Ziele hast, dann ist das leider eher kontraproduktiv in der Entwicklung von Achtsamkeit. Denn dann gehst du in die Meditation mit einem Mangelgedanken hinein: „Wäre ich nur entspannter, glücklicher, zufriedener, dann würde es mir viel besser gehen.“ Das Ziel bei der Meditation ist jedoch du selbst zu sein. So zu sein, wie du bist. Die Dinge so zu sehen, wie sie sind, von Augenblick zu Augenblick, ohne dabei irgendein Ziel zu verfolgen. Es geht dabei nur darum aufmerksam zu verfolgen, was gerade geschieht.

Nimm diese Gedanken für deine nächste Meditation mit. Lass‘ ab von Zielen, sondern konzentriere dich nur auf den gegenwärtigen Moment. Nimm den aktuellen Augenblick so wahr, wie er ist und versuche nicht etwas zu erzwingen oder zu ändern.

Verschiedene von mir geführte Meditationen findest du übrigens hier.

Ich wünsche dir nun viel Freude beim Üben in „Den Geist des Anfängers bewahren“, „Vertrauen“ und „Nicht-Erzwingen“ zum Beispiel in deiner nächsten Meditation und/oder im Alltag. 😊

Im nächsten Blogbeitrag geht es dann weiter mit Akzeptanz und Loslassen. Das sind dann die letzten beiden der 7 Aspekte der inneren Haltung.

Be happy! Deine Steffi

Quelle: Gesund durch Meditation – Das große Buch der Selbstheilung mit MBSR von Jon Kabat-Zinn